5.6.2019
Stellungnahme

Joachim Kellermann von Schele, Besitzer der Schelenburg, fordert Erdkabel in allen geplanten Trassenvarianten!

Stellungnahme von Joachim Kellermann von Schele
Autor
Joachim Kellermann von Schele

Wir fordern:

  • einen transparenten Planungsprozeß seitens aller öffentlich Beteiligten, einschl. Gemeinde Bissendorf und Landkreis Osnabrück 
  • von Amprion: offene Karten und ehrliche Kommunikationsbereitschaft, eine sachliche, ehrliche und verläßliche Aufklärung technischer Fragen wie: Bauverfahren (einschl. neuer Verfahren wie AGS); Strom-Transportmengen; elektromagnetische Abstrahlung in Abhängigkeit von den transportierten Strommengen; Konsequenzen für die Forst- und insbesondere Landwirtschaft; Konsequenzen für die Freizeitnutzung (Golfanlagen, Sport in der freien Landschaft)
  • von Amprion: ein exaktes und ehrliches Planungswesen, anstatt Häuser und Wohnungen zu unterschlagen, Angaben über Aussicht und Lage von Gärten und Terrassen zu schönen oder Exaktheit dort zu vernachlässigen, wo Detailtreue unabdingbar ist
  • von Amprion: exakte Angabe von Maststandorten und deren tatsächliche Größe in Abhängigkeit von der Topographie
  • von Amprion: ehrliche Bewertung der tatsächlichen Verhältnisse anstatt z. B. geschützte Arten und Gebiete zu unterschlagen bzw. diese herunterzuspielen
  • von Amprion: ehrliche und lesbare, hoch aufgelöste Kartendarstellungen, die die Nutzungsarten sauber abgrenzen und deutlich machen, wie mit Schutzgebieten und Wohnanwesen umgegangen wird
  • vom ArL: daß genau auf diese hier genannten Forderungen bestanden wird. Warum fordert das ArL z. B. keine Visualisierung des Bauvorhabens in Bezug auf seine Auswirkungen auf das Landschaftsbild? Warum läßt das ArL zu, daß Amprion vorsätzlich oberflächliche und falsche Planunterlagen in die Öffentlichkeit stellt?
  • daß das mildeste, menschen-, land- und forstwirtschafts- und naturverträglichste Bauverfahren gewählt wird
  • daß sich der Landkreis und die Gemeinde als Träger öffentlicher Belange jederzeit und überall, insbesondere bei der Landesregierung, mit allen Mitteln für das unter allen Umständen vorteilhafteste Bauverfahren (Erdkabel) einsetzt und dieses durchsetzt und Veröffentlichungen seitens öffentlicher Strukturen sachlich richtig und belastbar sind (siehe die falsche Karte im Bissendorfer Info-Blatt)
  • das Gleiche: den unbedingten, nimmermüden Einsatz,fordern wir von "unseren" Abgeordneten auf allen politischen Entscheidungsebenen

 

Wir stellen fest: 

  • der Neubau der Freileitungs-Trassen "A", "B" (nebst Untervariante von "B") führt zu massivsten Neubelastungen für Landschaft, Bewohner und (Freizeit-)Nutzer (Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Sport, Erholung), WO VORHER KEINERLEI BELASTUNG VORHANDEN WAR
  • das Vermögen der Siedler, der land- und forstwirtschaftlichen und der sonstigen Grundeigentümer wird durch den Neubau unverhältnismäßig geschädigt
  • diese massiven Vermögensschäden werden durch einen eventuellen Abbau der 110-kV-Leitung weder behoben oder auch nur annähernd ausgeglichen
  • die Gesundheit, die Wohn- und Lebensqualität und das Vermögen der Anlieger im weiten Umkreis (v. a. Baugebiete in Schledehausen) werden massiv belastet bzw. eingeschränkt
  • der unbelastete Naturraum, die Kulturlandschaft, die gepflegten Fluren, die erschaffenen Alleen und Hofstellen, der europaweit renommierte Golfplatz wie auch das Kulturdenkmal Schelenburg werden durch optische Beeinträchtigung, Zerschneiden von Sichtachsen und historischen Sichtbezügen und optische Dominanz der riesigen Masten brutal geschädigt
  • solch brutale Schädigungen multipler Sachgüter, des Vermögens der Betroffenen und deren Lebensqualität würden beim Bau eines Erdkabels weder auf der Alt-Trasse 220 kV noch auf einer neuen Route stattfinden
  • außer monetären Gründen gibt es kein stichhaltiges Argument für eine Freileitung auf neuer Route!
  • es ist bemerkenswert, daß Rat und Verwaltung der Gemeinde Bissendorf hier nicht konsequent den Schutz ihrer Bürger und der z. T. einzigartigen Sachgüter (Landschaftsbild, Golfclub, Schelenburg) fordern und durchsetzen: Welche wahren, tatsächlichen Interessen stehen dahinter?
  • Seitens der Betroffenen in Krevinghausen, Schledehausen, Schelenburg, Jeggen und Wellingen GIBT ES KEINEN VERHANDLUNGSSPIELRAUM für den Neubau einer Freileitung auf den Routen "A", "B" nebst deren Untervariante

 

Wir erwarten:

  • vom Landrat SOFORTIGES, konsequentes Handeln zugunsten des Baues eines Erdkabels - egal, auf welcher Route. Er soll bis zur Stichwahl am 16.6. belastbare Zusagen geben. 
  • von Rat und Verwaltung der Gemeinde Bissendorf den sofortigen Eintritt in einen Kommunikationsprozeß mit den Betroffenen auf Augenhöhe: es muß ein Runder Tisch gegründet werden, mit dem Ziel, die Belastungen durch die Trassenplanungen für die Gemeinde Bissendorf, die am stärksten von allen Gemeinden im LKOS betroffen ist (!), zu minimieren.

 

Aufgestellt: Schelenburg, 05.06.2019, Joachim Kellermann von Schele.