16.6.2019
Stellungnahme

Landkreis Osnabrück pro Erdkabel!

Stellungsnahme von Landrat Dr. Michael Lübbersmann zu den geplanten 380 kV-Stromleitungstrassen in der Gemeinde Bissendorf
Autor
Dr. Michael Lübbersmann

Der Landkreis Osnabrück hat sich von Beginn an intensiv für eine Erdverkabelung eingesetzt.  Durch die Intervention mehrerer Landkreise auf Initiative des Landkreises Osnabrück hin ist es Ende 2015 überhaupt erst gelungen, Erdverkabelung als Pilotprojekte beim Umbau der Trassen zu ermöglichen: Das Verfahren zum Netzausbau hatte diese Variante vorher nicht vorgesehen. Seitdem kämpfen wir darum, dass der erreichte Handlungsspielraum auch genutzt wird.

Zurzeit laufen zwei Raumordnungsverfahren in Sachen Trassenausbau, die Bissendorf zum Teil massiv betreffen. Da ist zum einen die Planung Gütersloh – Osnabrück/Lüstringen. Die landesplanerische Feststellung des Verfahrens wird in Kürze erwartet. Zum zweiten geht es um die Strecke Lüstringen – Wehrendorf. Hier läuft die Auslegung der Unterlagen. Für Bissendorf ist dieses zweite Verfahren deutlich prägender, weil die geplanten Leitungsvarianten komplett das Gemeindegebiet von Westen nach Osten durchqueren und die Ortsteile Natbergen, Jeggen, Wissingen und Schledehausen massiv betroffen sind.

Die Verantwortung für das Höchstspannungsnetz in Deutschland liegt bei vier Übertragungsnetzbetreibern – im Landkreis Osnabrück ist  das Unternehmen Amprion zuständig. Bisher zeigt sich das Unternehmen nicht kooperativ. Doch auf die gesetzliche Aufforderung im Energieleitungsausbaugesetz, die Erdverkabelung ausdrücklich auch pilothaft zu nutzen, muss sich auch Amprion halten.

In allen Erörterungsterminen und in umfangreichen Stellungnahmen zum Raumordnungsverfahren hat die Kreisverwaltung immer wieder deutliche Kritik geäußert. Dafür haben wir uns von Anfang an gut aufgestellt und auch externen Sachverstand eingekauft. Der Landkreis Osnabrück wird sich auch im weiteren Verfahren sehr deutlich gegen die von Amprion favorisierte Trassenführung in Bissendorf positionieren. Wir fordern eine Erdverkabelung. An mehreren Stellen sind die gesetzlich festgelegten Auslösekriterien gegeben, das heißt der Abstand von 400 Metern zu Siedlungen wird nicht eingehalten.

Die Bürgerinitiativen sind dabei Mitstreiter für die Verwaltung: Wir haben alle Akteure zu einem `runden Tisch` eingeladen und uns auch bei den Veranstaltungen der Bürgerinitiativen intensiv eingebracht. Der Landkreis Osnabrück ist auch weiterhin offen für ein konstruktives Miteinander.